Intern · Huber & Zipse

Technische Umsetzung

Arbeitsdokument für uns, in einfacher Sprache. Belege in docs/CONTEXT.md. Stand 06.08.2026.

1 · Rechnungs-Agent: so funktioniert er wirklich

Konzept

Die drei Bausteine

  • Lesen: charly speichert in PostgreSQL auf dem Praxis-Server. Unser Programm verbindet sich wie ein Auswertungs-Tool: nur lesen, nie schreiben.
  • Prüfen: Web-App zeigt die Liste, Regeln plus KI markieren Auffälliges, der Zahnarzt gibt frei. Bis hierhin ist in charly nichts passiert.
  • Klicken: Erst nach Freigabe drückt ein Roboter-Programm die immer gleichen Knöpfe. Windows hat dafür eine eingebaute Schnittstelle (dieselbe nutzt Vorlese-Software). Fertige Open-Source-Werkzeuge, wir richten den Pfad einmal ein.

Was installiert wird

  • Ein Programm auf einem Praxis-PC, auf dem charly ohnehin läuft. Startet abends, schickt morgens einen Report.
  • Bedingung: Windows, weil die Knopf-Schnittstelle nur dort existiert. Reine Mac-Praxis: Mini-PC (~200 €) als zusätzlicher charly-Arbeitsplatz.

Warum das zuverlässig ist

  • Fester Klickpfad, beim Klicken rät keine KI.
  • Nach jedem Klick: Ist das erwartete Fenster da? Sonst sofort Stopp.
  • Nach jeder Rechnung Gegenprüfung in der Datenbank. Doppelrechnungen ausgeschlossen.
  • Nach charly-Updates pausiert der Agent, bis wir den Pfad geprüft haben. Jeder Schritt als Screenshot protokolliert.

So bauen wir es

  • Schritt 1: solutio nach der offiziellen Schnittstelle fragen. Bekommen wir sie, entfällt das Klicken.
  • Schritt 2: Testtag an echtem charly, sind die Knöpfe über die Schnittstelle lesbar? Go/No-Go vor dem Angebot.
  • Schritt 3: Stufe 1 risikofrei bauen (nur Lesen plus Freigabe-Liste).
  • Schritt 4: Klicken erst begleitet, dann nachts mit Morgenreport. Plan B: Stufe 1 trägt auch allein.

Rechtslage (AGB geprüft am 06.08.)

  • Die solutio-AGB enthalten KEIN Verbot von Automatisierung, Fremdsoftware oder Datenbankzugriff. §§ 69d/69e UrhG werden ausdrücklich anerkannt.
  • Was zählt: Bot-Arbeitsplatz muss in die Lizenz passen, Client nie verändern, AVV mit der Praxis für den Datenzugriff.
  • Restrisiko ist geschäftlich: Support-Reibung und Updatesicherheit. Deshalb bleibt die offizielle Schnittstelle Anfrage Nummer eins.

Der echte Klickpfad (recherchiert 07.08.)

  • Pro Rechnung: Patient aufrufen → Reiter Rechnung → Offene Positionen → Behandler wählen → „Alle Elemente zu Rechnung" → Vollständigkeitsprüfung → Summen/„Erstellen" → Praxis oder Rechenzentrum → Guthaben verrechnen → Proberechnung ja/nein → Seiten wählen → Drucken → Proberechnung per Doppelklick wandeln. 5 Klicks minimal, 10 bis 12 mit allen Abfragen.
  • Bricht die Vollständigkeitsprüfung ab (z. B. Eigenlabor nicht ins Behandlungsblatt übernommen), fängt der ganze Vorgang von vorn an. Das ist der eigentliche Zeitfresser.
  • WICHTIG: charly HAT eine Sammelrechnung (Button in Offene Positionen, Rechnungen für alle Patienten mit offenen Posten). Sie erstellt aber nur, sie prüft nicht — bemängelte Patienten landen auf einer Liste. Unser Nutzen liegt damit im Prüfen und Aufbereiten, nicht im bloßen Klicken. Beim Kunden fragen, warum sie einzeln gehen.

Live-Demo (gebaut)

  • charly.huber-zipse.de bildet genau diesen Pfad ab, inklusive aller Abfragefenster. Zwei Modi: „Selbst durchklicken" (zählt Klicks und Zeit) und „Agent starten" (macht denselben Weg über vier Patienten).
  • agent-tool/ im Repo: Klickpunkte kalibrieren, Lauf klickt durch, Claude liest jeden Screen, abhakbare Zusammenfassung.
  • Sprachdoku übergibt ihre Felder an den Nachbau, die Einträge tippen sich sichtbar ins Behandlungsblatt.

2 · Sprachdokumentation

Läuft hier live

Läuft hier schon echt

  • Browser-Aufnahme, Spracherkennung auf EU-Servern (AssemblyAI, läuft bei BeautyFlow produktiv), Claude sortiert in die vier Felder und fragt bei Unsicherheiten nach. Unter 1 Cent pro Diktatminute.
  • Qualität steuern wir über die zahnmedizinische Fachwortliste. Kein Schlüssel erreicht den Browser.

Für den echten Betrieb

  • AVV mit Praxis und Anbietern, Audio nach der Transkription löschen.
  • Übernahme nach charly über die solutio-Schnittstelle, sonst über den Klick-Agenten.

3 · KZV-Vorbereitung

Konzept

Ansatz

  • Probelauf starten, Fehlerliste einsammeln, als Aufgabenliste aufbereiten. Korrekturen sind Vorschläge, nie automatisch.
  • Upload bei der KZV bleibt Handarbeit der Praxis (Zertifikat, Haftung).

4 · E-Mail-Hub und DATEV

Technisch belegt

Eingang

  • Resend Inbound: eigene Domain per MX, Webhook, Anhänge per API. Signaturprüfung, Dedupe über Message-ID und Hash.
  • Erst ZUGFeRD/XRechnung-XML parsen (exakt), nur bei reinem PDF Texterkennung plus LLM.

DATEV, gestuft

  • Stufe 1: Upload Mail, Absender einmalig freischalten, dann automatisierter Versand als reine Text-Mail. Konservativ 10 Anhänge, nur PDF/TIFF.
  • Stufe 2: Belegtransfer (kann XML) oder accounting:documents-API. Rechnungsdatenservice 2.0 ist abgekündigt.
  • Kontrolle: Tageszählung plus Abgleich in DATEV Unternehmen online.

5 · Dentista

Technisch belegt

Stack

  • Next.js + Supabase, gleiche Mail-Strecke wie Bereich 4 für rechnung@dentista.
  • Ausgangsrechnung als ZUGFeRD 2.x, Aufschlag als Regel.
  • Blocker vor dem Start: Fremdvergleich des Aufschlags und Umsatzsteuer-Effekt beim MVZ mit dem Steuerberater klären.

Offene Anfragen (vor Angebot)

  • solutio: Schnittstelle für uns? Lesezugriff auf die Datenbank offiziell erlaubt?
  • Praxis: charly auf eigenem Server oder Cloud? Klickstrecke als Bildschirmvideo.
  • DATEV: Upload Mail oder Schnittstelle? Welche Steuerkanzlei?
  • Kunde: Depotrechnung = Sammelrechnung? Dentista-Rechtsform und Sortiment.